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11. September 2001

 In Memory

In Memory an den 11. September 2001 und seine Opfer sowie für alle die anderen Opfer, welche in unsinniger Weise und für unsinnige und dumme Weltanschauungen ihr Leben verloren haben, weil dumme Menschen versagt haben.

Auge um Auge, Zahn um Zahn
Wir sollen nicht rauchen, weil jeder Glimmstengel ein weiterer Sargnagel sein könnte. Wir sollen die Hände von Drogen lassen, weil diese tödlich sein könnten. Wir sollen uns nicht unter Alkoholeinfluss ans Steuer eines Autos setzen, weil wir verunglücken könnten. Wir sollen nicht zu einem Löwen oder einem anderen Raubtier in den Käfig steigen, weil der oder das uns fressen könnte. Wir sollen nur bei Grün über die Strasse laufen, da uns ansonsten ein Auto überfahren könnte. Wir bringen unseren Kindern bei, weder Bonbons von fremden Menschen anzunehmen noch mit ihnen mitzulaufen, weil dies eine Falle und der Ausgang tödlich sein könnte.

Hunderte solcher Regeln begleiten und bestimmen unser Leben und unsere Verhaltensweise. Wir lernen, was wir alles tun sollten, müssten, dürften oder eben nicht dürften, um uns und unsere Familie vor Unheil und Unglück zu schützen.

Doch keiner hat uns beigebracht, dass diesen Job andere für uns übernehmen und unser Schicksal damit besiegeln.

Eine Frage des Schicksals?
Schicksal! Seufzen die Einen. Schicksal?? Fragen die Anderen.

Mag sein, dass jedes einzelne Schicksal, verknüpft mit dem dazugehörenden Karma, bestimmt, und unsere Lebensbahn sowie deren Ende vorprogrammiert sind. Doch ist es so, dass Eltern, Gesellschaft, Lehrer, Arbeitgeber und wer sonst noch unseren Lebensweg kreuzt, uns noch etwas mit auf den Weg geben: "Jeder ist seines Glückes oder Schicksals eigner Schmid." oder "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg".

"Das Schicksal der Welt wurde noch nie von den Auserlesenen bestimmt."

Der Wille des Pilots der Boeing 767 die in einen der Türme des World Trade Centers in New York gedonnert ist, hatte trotz seinem Willen, die ihm anvertrauten Passagiere und seine Crew heil an den Bestimmungsort zu bringen, leider keine andere Alternative.

Die Sekretärin, welche gerade über ihren PC-Absturz geflucht oder sich nochmals kurz die Lippen nachgezogen hat, weil ein Teil davon an der Kaffetasse haften geblieben ist, hatte sich vielleicht gesagt: "Fuck you PC, Du kannst mich mal, heute ist ein guter Tag! Denn ich bestimme, wie ich mich fühle und wie es mir ergehen wird und mit dem Lippenstift fange ich an."

Das kleine Mädchen, das sich gerade ein Eis gekauft hatte und an der Pizzeria vorbeilief, wusste noch nichts über Schicksale, Bestimmungen und heilige Kriege. War einfach komisch anzusehen, dass es dauernd irgendwo auf der Strasse krachte und ihr Vater es immer hinter ein Auto zerrte um es zu schützen, weil man sich über Grenzen stritt.

Das kleine Baby war vor zwei Tagen geboren worden und wusste noch nichts über seine Existenz auf dieser Erde, als Bomben eines US-Kampffliegers die Säuglingsstation in einem Krankenhaus in Belgrad bombardierten.

Diese Beispiele stehen stellvertretend für 5'000, oder 10'000, oder 50'000, oder 100'000 - jedoch wahrscheinlich für weitaus mehr Menschen, die alle in irgend einer Weise und Form ihren Tag, diesen 11. September 2001 oder sonstige Tage, gestalten wollten und geglaubt hatten, dass sie alleine für ihr Schicksal verantwortlich sind.

Diese Menschen gibt es nicht mehr.

In Stücke gerissen, verbrannt, erschlagen, erstickt, erdrückt, explodiert, zerfetzt. An einem Tag - nicht nur im September des Jahres 2001.

Shit happens.

Shit happens?
Jeden Tag sterben Menschen unsinnige Tode. Jeden Tag wird literweise Blut vergossen. Jeden Tag wird irgendwo auf diesem Planeten eine der vielen Raketen, Bomben und Granaten gezündet. Jeden Tag wird mehr und mehr Gift in die Luft versprüht. Ozon? Klimakonferenz in Kyoto? Dow Jones Index? Im Vergleich zu den anderen Stoffen, die wir täglich einatmen, trinken und essen, im Vergleich zu Leid und Qual sind dies Mückenklekser.

In einem Jahrtausend, wo man fast annehmen und denken könnte, die Moral der - des - Menschen, sein Verstand, seine Wertgefühle und sein Handeln, hätten sich genau so wie die Technik, weiterentwickelt. Oder seien überhaupt vorhanden.

Auge um Auge, Zahn um Zahn.

Im Namen Gottes, Allahs, der Bibel, der Tora und des Korans. Im Namen der eigenen Macht- und Geldgeilheit. Im Namen von Egoismus, Zorn, Zerstörungsdrang, selbst auferlegten Richtens, krankhafter Psyche, Arroganz und ultimativer Selbstüberschätzung.

Im Namen all dieser Faktoren nehmen sie uns allen genau das, wofür sie ihre blutigen und ungerechten Kriege führen. Das Recht auf Selbstbestimmung unseres Schicksals. Das Recht unbeschwert das Leben zu geniessen, weil dieses und als solches genug Steine und Hürden auf seinem Weg für uns bereit hält, die wir auf die Seite schieben müssen. Das Recht, unser menschliches Dasein ohne Angst zu gestalten. Das Recht auf ein freies Leben. Das Recht auf menschliche Würde.

"Im Leben gehen die Granitbrocken unter, die Korken treiben weiter"
Fast hätten wir sie vergessen, die Brüder der "im-Namen-von- Handelnden". Ihr Handeln und Regieren geschieht im Namen von einem Bruttosozialprodukt, Waffenverkauf, Eigeninteresse, vorgeschobenen Menschenrechten, Aufstachelung, Geldgier und ausgeprägtem Narzissmus.

"Auch den größten König in Stein oder Bronze entthront ein Papierhut"
Solange "Dabbel-Ju-Presidents" und ihre Kumpels als erste Reaktion mit einem Vergeltungsschlag drohen und betonen, Amerika oder andere Länder hätten zwar die Schlacht, aber nicht den Krieg verloren bevor sie überhaupt der Opfer und Toten gedenken, solange Harvard, Politik-, Wirtschafts- und sonstige Abgänger sich in der Praxis als Blindgänger erweisen, solange Dummheit und Borniertheit vor Menschlichkeit und Besonnenheit gestellt werden - solange werden wir uns in Schweige- und Gedenkminuten üben, Familienmitglieder und Freunde zu Grabe tragen und als Trauerlied das Lied der zehn kleinen Negerlein neu komponiert anstimmen. 6-und-mehr Milliarden kleiner Negerlein...da waren's nur noch....wieviel...?

Wenn Geld den Charakter verdirbt, was macht dann die Macht mit ihm?

Viele Tote, viele Leiden, viele Schicksale, viele Tragödien.

In wessen Namen?

Im Namen des Menschen und seines Daseins wünschen wir uns, dass sich die Entwicklung des Menschen nicht rückwärts dreht und er eines Tages zum Einzeller zurückmutiert.

Die Zeit ist reif.

In Memory an diesen 11. September 2001. In Memory an jeden Tag - und seine Opfer.

"Es ist schwerer, eine Träne zu stillen, als tausend zu vergießen."

Helena Ugrenovic

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