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Huggels Rücktritt aus dem Nationalteam - 30.07.2010

(Si) Benjamin Huggel wird nicht mehr im Dress des Schweizer Nationalteams auflaufen. Der Mittelfeldakteur will sich nach 41 Länderspielen auf seine Aufgabe im FC Basel konzentrieren. Der Rücktritt aus der SFV-Auswahl erfolgt nicht ganz überraschend.

Am Abend nach der Rückkehr aus Budapest, wo der FCB tags zuvor das Qualifikationsspiel zur Champions League gegen Debrecen bestritten hatte, teilte Huggel seinen Entscheid dem Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld in einem Gespräch unter vier Augen mit. Er müsse seine Kräfte bündeln. "Ich muss auf meinen Körper hören", so der 33-jährige Huggel, der schon vor der WM in Südafrika diesbezügliche Gedanken formuliert hatte.

Hitzfeld bedauert den Rücktritt des offiziell besten Spielers des Nationalteams 2009: "Ich hätte sehr gern auch in der EM-Qualifikation auf die Klasse und Erfahrung Huggels zurückgegriffen. Er war ja in den letzten zwei Jahren nicht umsonst absolut unbestritten in unserem Mittelfeld. Aber wenn ein 33-Jähriger Spieler sagt, er möchte seine Kräfte nurmehr für den Verein einsetzen, der national und international stark engagiert ist, muss man das auch akzeptieren."

Huggel, der im August 2003 gegen Frankreich debütiert hatte, avancierte erst unter Hitzfeld auf seiner bevorzugten Position im defensiven Mittelfeld zu einer absoluten Leaderfigur im Nationalteam. Zwar kam der ehemalige Bundesliga-Akteur bereits 2004 an der EM in Portugal drei Mal (zwei Mal von Beginn weg) zum Einsatz, dies allerdings jeweils auf der rechten Seite. An der EURO 2008 im eigenen Land gehörte Huggel zum Aufgebot, ins Geschehen liess ihn Köbi Kuhn aber nie eingreifen.

Dass Huggel an der EM vor zwei Jahren spielberechtigt war, war auf die Reduktion einer Sperre zurückzuführen: Die FIFA hatte den Baselbieter nach den skandalösen Vorfällen im Anschluss an das Barrage-Rückspiel am 16. November 2005 in Istanbul gegen die Türkei für sechs Spiele aus dem Verkehr gezogen, das Urteil später aber korrigiert. Gerechtigkeitsfanatiker Huggel wurde dabei gefilmt, wie er sich nach Angriffen der türkischen Spieler halb fallend, halb kickend Alpay Özalan an den Hals warf. Durch die letztlich vier Spielsperren verpasste Huggel die WM in Deutschland.

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