Filmarchiv

As Good As It Gets

As Good As It Gets

Von Karin Müller

Er hasst Hunde und Nachbarn, verbarrikadiert sich in seiner Wohnung, benutzt für jedes Händewaschen eine neue Seife, bringt sein eigenes Plastikbesteck in die Stammbeiz mit und traktiert seine Mitmenschen mit zynischem Spott und groben Beleidigungen ­ Kurz: Melvin Udall (Jack Nicholson) gehört zu jener typischen New Yorker Spezies, die schon seit eh ­ auf intellektuell sehr verfeinerte Art allerdings ­ Woody Allens Filme bevölkern: den Stadtneurotikern. Sein zwanghafter Charakter lässt den an sich intelligenten Verfasser romantischer Kitschromane vereinsamen, bis das Schicksal ihn mit der alleinerziehenden Kellnerin Carol (Helen Hunt) und dem schwulen Künstler Simon (Greg Kinnear) zusammenbringt.

Obwohl Jack Nicholson bereits 1995 vom American Film Institute für sein Lebenswerk geehrt wurde, ist er nach wie vor auf der Leinwand zu sehen. Sein komödiantisches Talent konnte man zuletzt in «Mars Attacks», wo er in einer Doppelrolle als eitler Präsident und als dessen geldgieriger Bruder auftrat, bewundern. Bei allen Rollen, die er übernimmt, spielt Nicholson aber doch vor allem und immer wieder Nicholson. Und den diabolischen Eindruck, den er mit dem Hochziehen der Augenbrauen und dem breiten Grinsen erzeugt, hat er in all den Jahren mehrfach reproduziert. Mal hat's zur Rolle gepasst, mal eben nicht. In «As Good As It Gets» passt's wieder einmal. Nicht zuletzt darum, weil Jack Nicholson sich zurückhält. Er schafft es, diesen Melvin Udall gleichzeitig als unsympathischen Widerling und liebenswerten Sonderling erscheinen zu lassen. Der Film geriet denn auch hauptsächlich zum Vehikel für den Schauspieler.

Die Geschichte birgt keine Überraschungen. Von Anfang an wissen wir, dass und können uns auch vorstellen wie sich die unfreiwillige «ménage à trois» zusammenraufen wird. Die Komödie ist weder schräg noch temporeich, aber ganz witzig. Nicht in gleichem Masse zum Zug wie ihr Partner kommt Helen Hunt («Twister»), obwohl sie in der erfolgreichen, amerikanischen TV-Serie «Mad About You» (Verrückt nach Dir) als Ulknudel durchaus überzeugt.

Regie James L. Brooks
Buch James L. Brooks, Mark Andrus
Kamera John Bailey
Musik Hans Zimmer
Produktion USA 1997
Dauer 138 Min.
Genre Komödie

© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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