Von Georges Wyrsch
Der bahnbrechende Erfolg von «The Sixth Sense» hat den gebürtigen Inder M. Night Shyamalan vor drei Jahren in die Elite der Hollywood-Regisseure katapultiert. Endlich war da mal wieder einer, der mit seinem ureigenen Stil zugleich Kritiker begeistern konnte und das grosse Publikum in Massen anzuziehen wusste. Mit «Signs» ist dem «neuen Spielberg» nun erneut ein Blockbuster gelungen, und auch die schreibende Zunft feiert das Ereignis wieder fröhlich mit. Aber bei genauerem Hinsehen fragt man sich dann doch, woher diese Begeisterung eigentlich kommt. Aus dem All?
In «Signs» geht es – das Plakat macht es unmissverständlich klar – um Kornfeldkreise, und um deren wahre Verursacher, die Ausserirdischen. Der frühere Pfarrer und jetzige Farmer Graham Hess (Mel Gibson) findet eines Morgens einen solchen Kreis vor seiner Hütte. Als ehemaliger Mann Gottes (er hat den weissen Kragen nach dem Tod seiner Frau niedergelegt) stellt sich für ihn hiermit aber nicht nur die Frage nach ausserirdischem Leben, sondern er würde natürlich auch gern wissen, ob dieser Kreis für seine eigene, ehemals fromme Existenz und für seine Familie ein Zeichen darstellt.
M. Night Shyamalan geht mit dieser Thematik ausgesprochen originell um: Er inszeniert eine Alien-Invasion als Kammerspiel. Mit Verzicht auf jegliche Form von Spektakel (aber leider auch auf Humor) zeigt er den Besuch von Ausserirdischen aus der Perspektive einer einzigen Familie, die zu verstehen versucht, was um sie herum geschieht. Da werden kaum wissenschaftliche Thesen geschwungen, sondern da wird einfach nur gefürchtet und gerätselt.
Shyamalans Ansatz ist zwar lobenswert und neu, aber leider geht er mit seinem Experiment noch weiter. Er versucht gar, die UFO-Konfrontation allein auf die persönliche Erfahrung eines zweifelnden Kirchenmannes zu reduzieren.
Und als die Aliens den Planeten dann wieder verlassen, sind sie schlussendlich nicht mehr als der zentrale Teil einer individuellen, christlichen Läuterungsgeschichte gewesen. Eine solche Auflösung kann man zwar spirituell finden – aber seien wir ehrlich, sie ist (unabhängig von der Glaubensauffassung) auch ziemlich behämmert.
| Regie |
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M. Night Shyamalan |
| Darsteller |
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Mel Gibson, Joaquin Phoenix, Rory Culkin, Abigail Breslin |
| Buch |
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M. Night Shyamalan |
| Kamera |
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Tak Fujimoto |
| Produktion |
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USA 2002 |
| Dauer |
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106 Min. |
| Genre |
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Science Fiction |
| Offical Site |
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http://www.movie.de/zeichen/ |
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