Filmarchiv

Eight Legged Freaks

Arachnoide Anarchie

Ein Spinnenangriff als banale, aber vergnügliche Huldigung an die B-Movies der 50er.

Von Georges Wyrsch

Angefangen hat es 1954, mit «Them!» (deutscher Titel: «Formicula»). In diesem Science-Fiction-Film wuchsen Ameisen in der Folge einer Atomexplosion auf ihr Vielfaches an und machten anschliessend die Abwasserkanäle von Los Angeles unsicher. Der Erfolg dieses Reissers fand schnell zahlreiche Nachahmer, und schon bald tummelten sich überdimensionale Kraken, Skorpione, Gottesanbeterinnen, Heuschrecken und Spinnen auf der Leinwand.
«Eight Legged Freaks» funktioniert exakt nach diesem Prinzip. Es braucht nicht mehr als ein Fass mit giftigen Chemikalien in einem Tümpel in der Nähe einer Spinnenfarm, um die Arachno-Attacke ihren Lauf nehmen zu lassen. Im Gegensatz zu den Horrorfilmen aus den Fünfzigern, die mehr oder weniger wirkungsvoll mit den damaligen Ängsten des Publikums spielten, nimmt sich dieses neue Werk aber keine Sekunde lang ernst. Nur wer tatsächlich eine ausgeprägte Spinnenphobie ins Kino mitbringt, wird sich hier gruseln – alle anderen dürfen sich zurücklehnen und lachen. Denn in «Eight Legged Freaks» geht es nicht wirklich um Spannung oder Horror, sondern lediglich um Effekte, Tempo und Gags. Die Spinnen greifen nun mal an, und sie müssen auf möglichst originelle Weise wieder vernichtet werden.
Wie in vielen amerikanischen Filmen kann es auch hier leicht befremden, dass eine eigentliche Massenexekution zur Zirkusattraktion verkommt. Aber für Leute, die sich solche Fragen stellen, ist dieser Film ohnehin nicht gedacht. Vielmehr handelt es sich um ein Vergnügen für Menschen, die mit den alten Insektenschockern aufgewachsen sind und hier in Nostalgie schwelgen dürfen. Und natürlich für jüngere Zuschauer, die sich auch ohne Vorkenntnisse des Genres keine Sekunde langweilen dürften.
Die Gewalt in «Eight Legged Freaks» ist ausgesprochen cartoonesk gehalten, und die Ironie ist in jeder Szene offensichtlich. Wer sich nach dem Kinobesuch über schlechte Schauspieler, mangelnde Glaubwürdigkeit oder altmodische Effekte beschweren sollte, der hat offensichtlich das Plakat nicht richtig angeschaut oder vergessen, genug Popcorn mit in den Saal zu nehmen.

Darsteller David Arquette, Kari Wuhrer, Scott Terra, Doug E. Doug
Buch Jesse Alexander, Ellory Elkayem
Kamera John Bartley, A.S.C., C.S.C.
Produktion USA 2002
Dauer 99 Min.
Offical Site http://www.aracattack.de

© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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