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Filmarchiv
Queen of the Damned
Gier nach Blut und Mikrofon
Ein Vampir wird Rockstar: Hochglanzversion einer stereotypen Vampirgeschichte nach dem Bestseller von Anne Rice.
Von Brigitte Häring
Es gab eine Zeit, in der Vampir- und sonstige düstere Horrorfilme meistens B-Movies waren – Garantie dafür, dass sie entweder den mystischen Hauch der Trash-Kultur trugen oder sonst frech, überzeichnet und zuweilen recht innovativ waren. Mindestens seit Francis Ford Coppola, der 1992 mit der Verfilmung «Bram Stoker’s Dracula» einen (meisterlich gedrehten und gespielten) Hit landete, sind in Hollywood Hochglanzversionen dieses Genres zu sehen. Was jedoch Coppola geschafft hat – die Übersetzung einer düsteren, Angst erregenden Geschichte in eine überzeichnete, schrecklich schön bunte Grossproduktion –, das gelingt den wenigsten. Zumindest nicht Michael Rymer, der mit «Queen of the Damned» ein Buch aus Anne Rices Vampirchronik verfilmt hat.
Wie ein überlanger Videoclip
Die Hochstilisierung der Vampire, die gleichzeitige Stereotypisierung (Vampire reden immer mit komisch verdrehtem Akzent, der wohl böse, weil transsilvanisch sein soll) lässt den Film schnell zu einer Komödie ohne Witz werden. Vorbei ist die Zeit, wo man sich vor Max Schreck als Nosferatu noch im Kinosessel versteckt hat. Erschwerend kommt dazu, dass «Queen of the Damned» ein komplexes Drehbuch hat, das auch noch dazu neigt, zu viel der Geschichte erklären zu wollen, und dabei die Geschichte selber vernachlässigt. Diejenigen, die jedoch eine Vorliebe für düsteren Rock haben, werden einen etwas langen Videoclip mit Handlung – in dem zum letzten Mal die tödlich verunfallte Sängerin Aaliyah zu sehen ist – wohl nicht verschmähen. Die Geschichte ist wie gesagt nicht ganz einfach: Der Vampir Lestat merkt in seinem Sarg, in den er sich aus Langeweile für 200 Jahre zurückgezogen hat, dass sich die Welt verändert hat: Sie ist besser geworden. Schuld daran sind Klänge, die ihm fremd, uns aber sehr vertraut sind: die Rockmusik. Und weil er seine Schattenexistenz satt hat, beschliesst er, Rockstar zu werden. Doch sein «Outing» als Vampir wird von seinen Artgenossen nicht goutiert – es besteht höchste Geheimhaltungspflicht.
Von bösen und guten Vampiren
An einem anderen Ort in London arbeitet die junge Frau Jesse (Marguerite Moreau) in der Vampirforschung. Nicht ganz unmotiviert, wie ein immer wiederkehrender Albtraum zeigt: Ihre Tante Maharet (Lena Olin) hat sie weggegeben, um sie vor einem blutigen Geheimnis (das nicht sehr schwer zu erraten ist – Maharet ist so etwas wie eine gute Vampirin in diesem Film) zu bewahren. Als Jesse ahnt, dass Lestat tatsächlich ein echter Vampir ist, erhält sie von ihrem Vorgesetzten dessen Tagebuch – und die Geschichte springt 200 Jahre zurück, zur «Erschaffung» Lestats als Vampir durch Marius (Vincent Perez). Die beiden trennen sich, als Lestat in seiner Macht- und Blutgier beinahe die versteinerte Königin Akasha weckt. Nun, wieder in der Gegenwart, erwacht diese tatsächlich durch Lestats Musik. Beim grossen Konzert in Death Valley prallen alle Geschichten aufeinander: Die bösen Vampire wollen Lestat zerstören, die netten Vampire Jesse, die von Lestat zu fasziniert ist, retten, und Akasha möchte Lestat für sich haben, um mit ihm zusammen die Menschheit auszurotten und die Welt zu regieren. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, der letzte Blutstropfen noch nicht gesaugt. Wer sich auf Gänsehaut freut, hat nicht viel von diesem Film – doch immerhin wird einmal mehr klar, wie viel Blut und Erotik gemeinsam haben.
| Regie |
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Michael Rymer |
| Darsteller |
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Stuart Townsend, Aaliyah, Marguerite Moreau, Vincent Perez |
| Buch |
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Scott Abbott und Michael Petroni nach Anne Rice |
| Kamera |
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Ian Baker |
| Produktion |
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USA/Australien 2002 |
| Dauer |
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103 Min. |
| Genre |
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Horror |
| Offical Site |
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http://www.koeniginderverdammten.de |
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