Von Karin Müller
Ein attraktiver, hochintelligenter junger Mann und viel versprechender Wissenschaftler erkrankt an Schizophrenie. Doch durch die Liebe seiner Frau und mit grosser Willensanstrengung überwindet er die Krise. Der Mann lernt, mit seiner Krankheit zu leben, und erhält den Nobelpreis. Eine «wahre» Geschichte, wie sie ein Drehbuchschreiber nicht schöner hätte erfinden können, eine Geschichte wie gemacht für eine Hollywoodschnulze. Es ist die Geschichte des Mathematikers John Forbes Nash Jr., der für seine bahnbrechenden Arbeiten zur Spiel- und Entscheidungstheorie 1994 mit dem Nobelpreis für Ökonomie geehrt wurde und der heute, mit 74 Jahren, «noch immer jeden Tag zu Fuss in die Universität» geht.
Leinwandwirksame Dramatisierung
«A Beautiful Mind» erzählt das Schicksal von Nash mit den üblichen Beschönigungen und Vereinfachungen und Russell Crowe in der Hauptrolle. Nicht ganz überraschend ist der Film von Ron Howard («Apollo 13») für acht Oscars nominiert, unter anderem für den besten Film und den besten Hauptdarsteller. Crowe hat seine Wandlungsfähigkeit bereits in «The Insider» und natürlich als «Gladiator» erfolgreich unter Beweis gestellt. Für die Rolle in Michael Manns Drama um die finsteren Machenschaften der Tabakkonzerne, ebenfalls auf wahren Begebenheiten basierend, erhielt er bereits eine Oscarnominierung; für die Darstellung des römischen Generals in Ridley Scotts Sandalenfilm konnte er die goldene Statuette dann auch entgegennehmen.
Trotz aller hollywoodüblichen Anpassungen ist «A Beautiful Mind» dank Russell Crowe und einem originellen erzählerischen Kniff, der Spannung aufbaut und der Handlung eine überraschende Wendung gibt, kein schnulziger, aber ein bewegender Film geworden. Zwar stellt er die beiden Klischeethemen der alles überwindenden Liebe und der Verwandtschaft von Genie und Wahnsinn ins Zentrum, und wir haben nach zwei Stunden und 15 Minuten nicht den wirklichen John Forbes Nash Jr. kennen gelernt, sondern eine Kunstfigur. Aber Ron Howard drehte auch keinen Dokumentarfilm, sondern zeigt eine leinwandwirksame Dramatisierung eines ungewöhnlichen menschlichen Schicksals, das allerdings den existenziellen Aspekt nur oberflächlich streift.
Der Triumph der späten Anerkennung
Der Film setzt ein, als der junge Nash nach Princeton kommt, um zu studieren. Es fällt ihm nicht leicht, Anschluss zu finden. Als das exzentrische und ziemlich selbstbewusste Mathematikgenie am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine Stelle bekommt, die schöne Physikstudentin Alicia (Jennifer Connelly) heiratet und eine Familie gründet, scheint er sich jedoch als Wissenschaftler und auch gesellschaftlich etabliert zu haben – bis die Diagnose «paranoide Schizophrenie» alles zerstört.
Über lange Zeit verschwindet Nash als Wissenschaftler von der Bildfläche. Nur langsam bekommt er sein Leben wieder in den Griff. Dass dies wohl nicht nur seiner Willensanstrengung, sondern auch dem medizinischen Fortschritt zu verdanken ist, wird nur nebenbei erwähnt. Ebenso summarisch werden die Jahre zwischen der Diagnose der Krankheit und dem Triumph der späten Anerkennung durch den Nobelpreis abgehandelt: zu wenig spektakulär. Beim Finale sind wir dann aber wieder voll dabei und dürfen wohlig ein paar Tränchen verdrücken.
| Regie |
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Ron Howard |
| Darsteller |
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Russell Crowe, Ed Harris, Jennifer Connelly, Christopher Plummer |
| Buch |
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Akiva Goldsman |
| Kamera |
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Roger Deakins |
| Produktion |
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USA 2001 |
| Dauer |
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135 Min. |
| Genre |
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Drama, Romance |
| Offical Site |
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http://www.abeautifulmind.com/ |
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