Filmarchiv

A Knight's Tale

Mittelalterliche Champions League

"A Knight's Tale" / Ein Ritterspektakel, das "neue" Einblicke in die Sportskultur des Mittelalters gibt.

Von Jana Ulmann

Was unterscheidet ein mittelalterliches Ritterturnier von einem Fussballmatch zu Beginn des 21. Jahrhunderts? Nichts, wenn man "A Knight's Tale" glauben will. Der Lanzenkampf hoch zu Ross war das Fussballspiel des Mittelalters. Das mindestens soll hier glaubhaft gemacht werden - natürlich ohne ernsthaft für historische Korrektheit zu plädieren.
Held in Brian Helgelands ("Payback") Mittelalterspektakel ist der schöne Junker William (Heath Ledger). Seit Kindstagen träumt der einfache Dachdeckerssohn, der von seinem Vater einem edlen Ritter in den Dienst gegeben wurde, davon, sich Ehre und Lohn an Ritterturnieren zu verschaffen. Die Chance kommt, als Williams Herrn das Zeitliche segnet. Da steigt er mit Hilfe seiner Freunde Roland (Mark Addy) und Wat (Alan Tudyk), auch wenn die niedrige Abstammung ihm das eigentlich verbietet, in die Rüstung des verstorbenen Herrn und gewinnt darin Turnier umTurnier.
Ob des Erfolgs übermütig geworden, zieht der Jüngling fortan mit erdichteter Identität als Sir Ulrich von Lichtenstein durch die Lande. Alsbald verliebt er sich in das noble, wenn auch etwas tumbe Edelfräulein Jocelyn (Shannon Sossamon). Was ihm prompt Zoff mit dem eifersüchtigen Teufelsbraten Count Adhemar (Rufus Sewell) einbringt. Der kommt dem nichtadeligen Nebenbuhler auf die Schliche und verrät ihn. Da kann nur noch der englische König höchstpersönlich William vor dem Pranger retten.
Was dieser Film inszeniert, ist sozusagen die Pop-Variante des Mittelalters. Nicht nur, weil statt vornehmer Lauten- oder Flötenklänge bekannte Rocksongs des 20. Jahrhunderts die Geschehnisse auf der Leinwand begleiten, allen voran eine Neueinspielung von Queens "We are the Champions". Am Hofe bittet man obendrein zu Discosound zum Tanz.
Das alles ist manchmal ganz amüsant, manchmal auch einfach peinlich, garantiert aber seichte Kost. Wirklich einnehmend ist zweierlei: zum einen die Figur des spielsüchtigen Dichters Geoffrey Chaucer (Paul Bettany), der sich Lichtensteins Gefolge anschliesst. Zum anderen ist da die emanzipierte Schmiedin Kate (Laura Fraser), die die Schmiedekunst revolutioniert und Lichtenstein eine wunderbar leichte Rüstung anfertigt.

Regie Brian Helgeland
Buch Brian Helgeland
Kamera Richard Greatrex
Musik Carter Burwell
Produktion USA 2001
Dauer 132 Min.
Genre Action/Adventure

© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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