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Subversiver Gewaltreigen
Von Jana Ullmann
In seinem neuen Film «Fight Club» (official site) inszeniert David Fincher («Seven», «The Game») eine Orgie der ins schier Unerträgliche gesteigerten Gewalt. Der Plot ist nicht ganz unoriginell, auf keinen Fall aber stimmig in den Details. Überraschend ist der Kamera-Blick, der Bildsequenzen aus dem Off der Zuschauervorstellungen auf die Leinwand bringt und damit einen eigenen Erzählrhythmus formt. Der Erzähler (Edward Norton) avanciert durch die Begegnung mit Tyler Durden (Brad Pitt) vom Normalbürger zum Bürgerschreck. «Fight Clubs» nennen die beiden die von ihnen erfundenen Clubs, in denen männliche Mitspieler sich nach bestimmten Regeln verprügeln. Diese Clubs sind geheim, die Kämpfe deshalb anrüchig und das Gefühl, Teil eines subversiven Untergrunds zu sein, sorgt trotz des zerschlagenen Gesichts für den Lustgewinn der Kämpfer. Aufgerollt wird vom Erzähler der Siegeszug der Fight Clubs, die bald zu einer Art Armee unter der Führung Durdens anwachsen. Der Erzähler kommentiert sein Ausbrechen aus der Normalität, die Beziehung zu Durden und dessen Geliebter Marla (Helena Bonham-Carter), auf die er selber ein Auge geworfen hat. Die überbordenden Gewaltdarstellungen im Film sorgen dafür, dass man Fincher eigentlich gerne schlechte Noten erteilen würde. Damit macht man es sich wohl zu einfach. Denn, dass Gewalt subversiv und zersetzend ist, kann nicht weggewischt werden. Desgleichen nicht, dass Subversion ihren eigenen Anreiz hat. Auch wenn der Schluss des Films anbietet, «Fight Club» als Geschichte einer Persönlichkeitsspaltung und eines Wahnsystems zu verstehen, ist ein mündiges Publikum gefordert, das zwischen fiktiver und realer Gewaltausübung zu unterscheiden weiss.
© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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