Filmarchiv

Event Horizon

Das Böse ist immer ...

... und überall ­ auch im Weltraum

Patrick Bürgler

pib. Wir schreiben das Jahr 2047 und nehmen teil an einer streng geheimen «Search-and-Rescue»-Mission. In der Nähe des Neptuns ist ein Raumschiff wieder aufgetaucht, das vor sieben Jahren dort spurlos verschwunden ist.

Die Besatzung des Rettungsschiffs «Lewis & Clark» ist von ihrer Mission wenig begeistert. Der neue Auftrag erreicht sie auf dem Weg zum wohlverdienten Heimaturlaub. So zeigen sie dem Wissenschaftler William Weir (Sam Neill, der die Mission begleiten soll, erst mal die kalte Schulter. Selbst dann noch, als Weir den Schleier des Geheimnisses um das verschwundene Raumschiff «Event Horizon» lüftet. Die «Event Horizon» (official site) besass einen revolutionären neuen Antrieb, entwickelt von Weir, der es ermöglichte, schneller als das Licht zu fliegen. Nur ­ beim ersten Start dieses Gravitationsantriebs verschwand das Schiff.

Nun dümpelt es also unheilschwanger über dem Neptun, und die Messungen, die Captain Miller (Laurence Fishburne) anordnet, liefern verwirrende Daten. Überlebende finden die Rescue-Worker auf jeden Fall keine, nur das Logbuch der «Event Horizon», das erahnen lässt, dass schröckliches passiert sein muss, als die Besatzung den neuen Antrieb testete. Es muss eine Fahrt zur Hölle gewesen sein. Das erlebt auch ein Besatzungsmitglied der Rettungstruppe, als er dem Gravitationsantrieb zu nahe kommt. Auch ihn zieht es in eine Dimension des Bösen, die er nur stammelnd als unvorstellbar zu beschreiben vermag.

Und das war dann eigentlich der Film «Event Horizon» des englischen Regisseurs Paul Anderson. In kurzen Blitzen entlädt sich dieses absolute Böse in den Köpfen der Rettungsmannschaft, treibt sie beinahe in den Wahnsinn. Doch woher es kommt, was es soll dieses ach so dämonisch Böse, all das bleibt unbeantwortet. Und auch die Visualisierung dieses Bösen lässt einen nicht sonderlich erschaudern, in der Tagesschau sehen wir schlimmeres.

Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass sich hier das Drehbuch selber verheddert hat. Eine Geschichte, der man am Anfang einiges an Potential zutraut, verliert sich am Schluss und kann die Versprechen nicht einlösen, die sie antönt. Einzig die Botschaft bleibt: Das Böse ist immer und überall und lauert vor allem dort, wo wir Grenzen überschreiten.

Regie Paul Anderson
Buch Philip Eisner
Kamera Adrian Biddle
Musik Michael Kamen, Paul & Phil Harnoll
Produktion USA 1997
Dauer 94 Min.
Genre SciFi / Horror

© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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