Filmarchiv

Enemy At the Gates

Langatmiges Kräftemessen

Ein epischer Kriegsfilm um das erbitterte Duell zweier feindlicher Scharfschützen.

Von Mira Preisig

Stalingrad, Zweiter Weltkrieg. Deutsche und russische Truppen liefern sich heftige Kämpfe. Ein Sieg der Deutschen würde für die Sowjetunion die endgültige Niederlage bedeuten. Alle Kräfte werden in Stalingrad massiert. So gelangt auch der russische Soldat Vassili Zaitsev (Jude Law) an die Front. Dort angekommen, kann er sogleich mehrere Feinde niederstrecken.

Der russische Polit-Offizier Danilov (Joseph Fiennes) wird Zeuge dieser heldenhaften Tat. Danilov, ein Mann mit hohen sozialistischen Idealen, sieht in Vassili ein grosses Propagandapotenzial, um dem russischen Volk zu neuem Mut im Kampf gegen die Deutschen zu verhelfen. Vassili wird über Nacht zu einem Nationalhelden gemacht.

Genossen und Genossinnen schliessen sich dem gefeierten Scharfschützen an. Gemeinsam machen sie erfolgreich Jagd auf den Feind und stärken damit die angeknackste Kampfmoral des Volkes. Leider bleibt aber auch den Deutschen Vassilis Name nicht unbekannt. Sie holen ihren besten Schützen, den geltungsbedürftigen Major König ( Ed Harris), in die Stadt. Und das ist auch die ganze Geschichte: ein langatmiges, zermürbendes Katz-und-Maus-Spiel zwischen zwei heldenhaften Männern. Bis der eine den anderen im Duell erschiesst.

Die Geschichte wird dadurch belebt, dass sich sowohl Vassili als auch sein Freund Danilov in die gleiche Frau (Rachel Weisz) verlieben. Diese entscheidet sich für Vassili, vielleicht, weil er der Schönere ist. Vielleicht auch, weil er sie einfach besser versteht. Danilov hat aber nicht nur in der Liebe das Nachsehen. Schliesslich muss er auch noch einsehen, dass der Sozialismus nur ein utopisches Ideal sein kann. Sprichts und stirbt.

Mit Jean-Jacques Annauds "Enemy At the Gates" (official site) wurde die diesjährige Berlinale eröffnet. Die Filmproduktion verschlang Unmengen Geld für aufwändige Massenszenen, stimmige Ausstattung und technische Perfektion. Am Drehbuch muss gespart worden sein, denn der Plot ist schlicht banal. Irritierend ist zudem, dass sowohl Deutsche als auch Russen englisch sprechen.

Regie Jean-Jacques Annaud
Buch Alain Godard, Jean-Jacques Annaud
Kamera Robert Fraisse
Musik James Horner
Produktion D/GB/Irland 2001
Dauer 129 Min.
Genre Action/Romance

© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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