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Elles

Elles

Von Karin Müller

Der portugiesische Regisseur Luis Galvao Teles erzählt in «Elles» von fünf Freundinnen, die alle Mitte Vierzig sind und wichtige persönliche Entscheidungen treffen müssen. Für seine einfühlsame Komödie über das Lebensgefühl von Frauen, die nicht mehr blutjung, aber auch noch lange nicht alt sind, konnte er keine geringeren als die Schauspielerinnen Carmen Maura (Linda), Miou-Miou (Eva), Marisa Berenson (Chloe), Marthe Keller (Barbara) und Guesch Patti (Branca), die hier ihr Kinodebüt gibt, verpflichten.

Die Frauen besitzen unterschiedliche Temperamente und jede von ihnen kämpft mit ihren eigenen Problemen. Wenn es aber darauf ankommt, halten sie trotz gelegentlicher Eifersüchteleien und Meinungsverschiedenheiten zusammen. Die Fernsehmoderatorin Linda arbeitet an einer Sendung über die geheimen drei Wünsche von Frauen und interviewt dazu ihre vier Freundinnen. Im Privatleben muss die selbstbewusste Linda fürchten, ihren Liebhaber Gigi (Joaquim de Almeida) an eine jüngere Kollegin zu verlieren. Die verwitwete Literaturprofessorin Eva lässt sich derweil auf eine leidenschaftliche Affäre mit einem ihrer Studenten ein, dem Sohn ihrer langjährigen Freundin Barbara. Die spröde Barbara erfährt, dass sie an einem bösartigen Gehirntumor erkrankt ist und die liebesbedürftige Chloé, die einen Schönheitssalon führt, wird beinahe von ihrer Drogenvergangenheit eingeholt. Die lebenslustige Branca schliesslich vernachlässigt ihre heroinabhängige Tochter.

Regisseur Teles ist es gelungen, einen stimmungsvollen, heiter-melancholischen Frauenfilm zu drehen, der durchaus auch Männer interessieren dürfte. Erfolgreich vermied er es, in die Klischeefalle zu tappen oder die Handlungen seiner Figuren moralisch zu werten. Versöhnlich, aber ohne unwahrscheinliche Happy Ends zu erzwingen, wirkt «Elles» lebensnah und echt. Ausserdem ist es ein Vergnügen, diesen fünf weiblichen Stars zuzusehen. Sie verstehen es glänzend, aufeinander einzugehen, einander aber gleichzeitig auch genügend Raum zu lassen, ihre individuellen Stärken auszuspielen.

Regie Luis Galvao Teles
Buch Luis Galvao Teles, Don Bohlinger
Kamera Alfredo Mayo
Musik Alejandro Masso
Produktion F/Portugal/CH/Sp 1997
Dauer 93 Min.

© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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