Von Niklaus Schäfer
Weihnachten 1960 kommt er auf die Welt, der kleine Zachary. Schon bald wird klar, dass es sich um ein besonderes Kind handelt – die Mutter glaubt jedenfalls, der kleine Zac habe eine besondere Begabung. Doch mit dieser Einschätzung steht sie schon bald allein da – für die anderen ist Zac einfach «un fif», ein Schwuler. Zac kann machen, was er will, aber mit seinem Vater und seinen drei Brüdern steht er auf ewigem Kriegsfuss. Er versucht, eine sexuelle Beziehung zu seiner besten Freundin aufzubauen – ohne Erfolg. Schliesslich entscheidet sich Zac, nach Jerusalem zu gehen und so einen grossen Traum seiner Mutter zu erfüllen – wenn auch nicht unbedingt in dem christlichen Geist, der ihr vorschwebt.
Jesus von Nazareth war ein Aussenseiter, und sicher hatte er besondere Fähigkeiten. Beides trifft auch auf Zac zu – wenn auch wohl nicht ganz so, wie es sich die Mutter ursprünglich vorgestellt hatte, als sie ihr Neugeborenes «petit Jésus» nannte. Der biblische Zacharias, dem Zac seinen Namen verdankt, ist dabei immerhin der Vater von Johannes dem Täufer, der Jesus getauft hat.
Das Christentum erweist sich als eines der grossen Themen des frankokanadischen Films – man denke an Denys Arcands «Jesus de Montréal» oder seinen letzten Film «Les invasions barbares», in dem er nicht zuletzt den Verlust der christlichen Kultur beklagt.
Jean-Marc Vallées Stil ist aber – im Gegensatz zu Arcands dialoglastigen Filmen – ein ganz und gar filmischer, der mit grossartigen Bildern und faszinierender Musik betört. Insofern ist «C.R.A.Z.Y.» durchaus vergleichbar mit Neil Jordans «Breakfast On Pluto», auch wenn er weniger spielerische, fantastische Elemente aufweist.
Neben «Space Oddity» von David Bowie und «Sympathy for the Devil» von den Stones sind im Film Chansons von Charles Aznavour zu hören – und natürlich «Crazy» von Patsy Cline. Der Song «Crazy» – geschrieben von keinem Geringeren als Willie Nelson – enthält dabei das Motto des Films, dem Zac schliesslich – ausgerechnet – auch in Jerusalem begegnet, und das ihn mit seinem Vater verbindet.
«C.R.A.Z.Y.» wurde völlig zu Recht mit zehn kanadischen Oscars (Genie Awards) ausgezeichnet. Ein grossartiger Film über das Leben an sich.
| Regie |
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Jean-Marc Vallée |
| Darsteller |
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Michel Côté, Marc-André Grondin, Danielle Proulx, Pierre-Luc Brillant, Mariloup Wolfe, Maxime Tremblay |
| Buch |
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François Boulay, Jean-Marc Vallée |
| Kamera |
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Pierre Mignot |
| Produktion |
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Kanada 2005 |
| Dauer |
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127 Min. |
| Genre |
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Drama, Komödie |
| Offical Site |
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http://www.ocean-films.com/crazy/ |
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