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Filmarchiv
El último tren
Kein Verkauf des nationalen Erbes
Ein sympathisches Road Movie von Diego Arsuaga und Starautor Fernando León de Aranoa.
Von Niklaus Schäfer
Ein Hollywood-Studio kauft eine alte uruguayische Lokomotive. Dagegen wehrt sich die Asociación Amigos del Riel (Vereinigung der Freunde der Schiene), die aus ehemaligen Mitarbeitern der staatlichen Eisenbahn besteht: Drei ihrer Veteranen wollen die Lok aus dem 19. Jahrhundert retten. Ihr Motto: el patrimonio no se vende – das nationale Erbe steht nicht zum Verkauf! Die drei nicht mehr ganz jungen Männer entschliessen sich, die Lok im nationalen Interesse zu entwenden. So beginnt eine Reise durch das Land, entlang den alten Bahnlinien Uruguays.
Der uruguayische Filmemacher Diego Arsuaga hat das Drehbuch zusammen mit dem spanischen Starautor Fernando León de Aranoa («Los lunes al sol») entwickelt. Entstanden ist ein humorvoller, gesellschaftskritischer Film. Hollywood ist darin nur der «MacGuffin», denn eigentlich geht es nicht um die Lok, sondern vielmehr um die drei Männer und ihre Vergangenheit – und ihre Zukunft in einer Gesellschaft, die sie oft nicht mehr als die ihre erkennen. So kann Arsuaga auch Gegensätze in der Gesellschaft aufzeigen – durchaus frei von Polemik: «Es ist die Aufgabe des Zuschauers, zu entscheiden, wer der Dieb und wer eigentlich das Opfer ist», sagt Arsuaga selbst dazu.
Arsuaga zeigt ein feines Gespür für Schauspielerführung und Themen, die das Publikum bewegen. Die drei Männer haben eher widerwillig noch einen vierten Passagier in der Lok – ein Kind, das sich ihnen anschliesst. Als einziger weiss der kleine Guito (Balaram Dinard), wie ein Handy funktioniert – und technische Unbedarftheit ist nicht das einzige Handicap der drei Veteranen: Der «Professor» (Héctor Alterio) leidet an Herzbeschwerden, Dante (José Soriano) unter seinem schwachen Gedächtnis, und Pepe (Federico Luppi, «Hombres armados») gibt sich als grossen Kriegshelden aus.
Originaltitel des Films ist nicht «El último tren» (der letzte Zug), sondern «Corazón de fuego» (Feuerherz) – ein poetischer Titel, der dem romantischen und kämpferischen Geist des Films eher gerecht wird. Er ist eine weitere Perle aus dem lateinamerikanischen Filmschaffen, das immer wieder von neuem mit seiner Vielfalt und Innovationskraft besticht.
| Regie |
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Diego Arsuaga |
| Darsteller |
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Federico Luppi, Héctor Alterio, Pepe Soriane, Gastón Pauls |
| Buch |
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Diego Arsuaga, Beda Docampo Feijóo, Fernando León, nach einer Idee von Andrea Pollio und Andrés Scarone |
| Kamera |
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Hans Burmann |
| Produktion |
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Argentinien, Spanien, Uruguay 2002 |
| Dauer |
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93 Min. |
| Genre |
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Komödie, Drama |
| Offical Site |
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http://www.corazondefuego.com.ar/ |
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