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Balto

Balto

Von Christoph Racz

Nicht aus der Disneyschen Trickfilmfabrik stammt der neue Zeichentrickfilm «Balto», sondern aus der Produktion von Steven Spielberg, der einen für seine Verhältnisse geradezu unspektakulären, aber um so anrührenderen Film möglich machte.

«Balto» basiert auf einer wahren Geschichte. 1925 in Alaska rettete der Schlittenhund Balto durch seinen Einsatz die Stadt Nome vor einer Diphterie-Epidemie. Zwar zeugt heute noch ein Denkmal im New Yorker Central Park von seiner Tat, doch wurde er zeitweise gar nicht helden-, sprich tierfreundlich behandelt.

Regisseur Simon Wells hat Baltos Tat zu einem Märchen und einer Parabel der Selbstfindung stilisiert. Als Mischling zwischen Wolf und Hund wird Balto nämlich von Hunden wie Menschen ausgestossen. Zu Unrecht natürlich, denn Baltos Gemüt ist von keinen bösen Gedanken getrübt. Ganz anders Leithund und Gegenspieler Steele, der die lokale Hundeszene dominiert. Bei Jenna bleibt er aber glücklos. Diese erkennt Baltos innere Werte und auch das kleine Mädchen Rosy hält zu ihm. Um Rosy zu retten macht sich Balto schliesslich auf die Suche nach dem verschollenen Schlitten mit der Medizin und indem er seine inneren Selbstzweifel besiegt, überwindet er auch die (beeindruckend gezeichneten) Naturgewalten und die Sabotageakte Steeles und rettet die Kinder von Nome.

Wells, hat zusammen mit einem vierköpfigen Autorenteam «Balto» als angenehme Mischung aus Dramatik, Komik und auch Realismus gedreht. Der Film erzählt aus der Perspektive der Tiere, deren Charaktereigenschaften natürlich ausgesprochen menscheln, die körperlich aber Tiere bleiben. In diesem realistischen Konzept sind die dramatischen Ereignisse gut aufgehoben. Und für die Komik sorgen Nebenfiguren, die mit viel Witz und Sorgfalt gestaltet wurden. Allen voran rangiert Baltos Freund Boris, ein plapperschnäbliger, russischer Gänserich, der sich einen sicheren Platz in der Reihe berühmter Zeichentrickkomiker gesichert haben dürfte. «Balto» ist eine überzeugende Geschichte um Selbstakzeptanz und Freundschaft, die in Basel bloss in der deutsch synchronisierten Fassung zu sehen ist.

Regie Simon Wells
Buch Cliff Ruby, Elane Lesser
Musik James Horner
Produktion USA 1996
Dauer 74 Min.
Genre Animationen / Kinder

© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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