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Filmarchiv
Te doy mis ojos
Zerbrechliche Menschen
Icíar Bollaíns sensibles Ehe-Drama, wurde in Spanien geradezu mit Film-Preisen überschüttet.
Von Simon Spiegel
Eines Nachts steht Pilar plötzlich bei ihrer Schwester Ana vor der Türe. Sie hat nur ihren Sohn Juan und ein paar wenige Dinge dabei; nicht einmal an anständige Schuhe hat sie gedacht. Pilar ist von zu Hause geflohen, vor ihrem Mann Antonio, der sie schlägt. – Warum bleibt eine Frau bei einem Mann, der sie schlägt; das ist die Leitfrage von «Te doy mis ojos.» Warum zieht Pilar schon kurze Zeit später wieder zu Hause ein und lässt all die bekannten Demütigungen wieder über sich ergehen? Icíar Bollaíns Film erzählt die Geschichte zweier unsicherer Menschen; sowohl die zerbrechliche Pilar als auch Antonio, dessen Gewaltausbrüche nur die Angst, seine Frau zu verlieren, überdecken sollen, wissen im Grunde nichts mit sich anzufangen, glauben, dass die Ehe dem Leben bereits einen Sinn gibt. Er möchte doch nur eine ganz normale Ehe führen, erklärt Antonio seinem Therapeuten. Doch auf die Frage, was er denn mit «normal» meine, hat er keine Antwort. Bollaíns Film folgt dem Ehepaar bei dem Versuch, sich selbst und dem Partner wieder näher zu kommen. Antonio macht eine Therapie für gewalttätige Männer, Pilar nimmt eine Stelle in einem Kunstmuseum an. Selbstvertrauen ist es, was beide suchen und zumindest auch teilweise finden: Pilar hat nicht nur Spass an ihrem neuen Beruf, sie lernt auch neue Freundinnen kennen. Doch die Eigenständigkeit, die Pilar gewinnt, sorgt bei ihrem Mann für noch grösseren Ärger. Antonio beginnt zwar zu verstehen, was mit ihm vorgeht, wenn er seine Frau schlägt, und versucht auch, seine Anfälle unter Kontrolle zu bringen. Die kleinen Erfolge können die Angst, die Pilars neue Unabhängigkeit in ihm auslöst, aber nicht aufwiegen. Selbstfindung der Frau durch die Beschäftigung mit Kunst, Psychotherapie für den Mann – das ist ein wenig sehr klischiert. Dass der Film dennoch über weite Strecken überzeugen kann, verdankt er vor allem den hervorragenden schauspielerischen Leistungen. Laia Marull und Luis Tosar verstehen es beide, ihre Figuren wirklich zum Leben zu erwecken. Da mag man auch verschmerzen, dass der Film mitunter sehr belehrend daherkommt.
| Regie |
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Icíar Bollaíns |
| Darsteller |
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Laia Marull, Luis Tosar, Candela Peña, Rosa María Sardà, Kiti Manver |
| Buch |
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Icíar Bollaín, Alicia Luna |
| Kamera |
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Carles Gusi |
| Produktion |
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Spanien 2003 |
| Dauer |
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107 Min. |
| Genre |
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Drama |
| Offical Site |
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http://www.la-iguana.com/ |
© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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