Von Jana Ulmann
In ihrem ersten Langspielfilm «Mein Name ist Bach» setzt sich die Schweizer Regisseurin Dominique de Rivaz mit der Musikerfamilie der Bachs auseinander. Eine historisch verbürgte Begegnung zwischen dem alten Johann Sebastian Bach (Vadim Glowna) und dem jungen preussischen König Friedrich II (Jürgen Vogel) dient als Ausgangspunkt für eine Erzählung, die dieses Zwischenspiel auch nützt, um aus dem 21. Jahrhundert einen Blick auf die Barockzeit, ihre Musik und ihren Alltag zu werfen.
Bach reist mit seinem ältesten Sohn Wilhelm Friedemann Bach (Anatole Taubmann) nach Potsdam, um seinen Sohn Carl Emanuel Bach (Paul Herwig) zu besuchen, der als Cembalist und Musikintendant am Hofe Friedrich des Grossen angestellt ist. Anlass zu einer solch mühseligen Reise von Leipzig nach Potsdam war die Geburt eines Grosskindes. Der grosse Musiker wird umgehend nach seiner Ankunft in Potsdam zum König gerufen, wo er einen provokanten Auftrag erhält: Aus einer kleinen Melodie, die der musikbegabte König selbst komponiert haben will, soll Bach an Ort und Stelle eine sechsstimmige Fuge komponieren. Bach weist das Ansinnen zurück, was an Majestätsbeleidigung grenzt, arbeitet aber weiter an dem Auftrag. Soweit der Ursprungsmythos zu Bachs vorletztem Werk «Das Musikalische Opfer», dem de Rivaz in ihrem Film auf erfrischende Weise nachspürt, was meint, ohne es mit den historischen und biografischen Facts allzu genau zu nehmen.
Die Eröffnungssequenzen des Films zeigen den am Star erkrankten Johann Sebastian Bach beim Arzt. Die Krankheit macht Bach, das Genie, menschlich. Dies scheint überhaupt die Absicht des Films: die Grossen mit ihren menschlichen Nöten und Freuden zu zeigen. Der alternde Bach ist krank, und er hat Familienprobleme, und Friedrich der Grosse taumelt schwer traumatisiert an der Grenze zum Wahnsinn. Während Johann Sebastian für Friedrich ein väterlicher Begleiter wird, verliebt sich Amalie (Karoline Herfurth), die schöne Schwester des Königs, unter ihrem Stand in Bachs ältesten Sohn und beginnt mit Wilhelm Friedemann eine leidenschaftliche Affäre.
Dominique de Rivaz hat einen Film mit vielen schönen (Ausstattungs-)Details gedreht, in dem natürlich auch die Musik eine Hauptrolle spielt.
| Regie |
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Dominique de Rivaz |
| Darsteller |
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Vadim Glowna, Jürgen Vogel, Anatole Taubmann, Karoline Herfurth |
| Buch |
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Dominique de Rivaz, Jean-Luc Bourgeois, Leo Raat |
| Kamera |
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Ciro Cappellari |
| Produktion |
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Schweiz 2003 |
| Dauer |
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97 Min. |
| Genre |
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Musikfilm |
| Offical Site |
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http://www.filmcoopi.ch |
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