Filmarchiv

A mi madre le gustan las mujeres

Toleranz mit Einschränkungen

Drei Töchter sind etwas erschrocken, als die Mutter ihre Geliebte vorstellt.

Von Brigitte Häring

Die drei Schwestern Elvira (Leonor Watling), Jimena (María Puljalte) und Sol (Silvia Abascal) treffen sich bei ihrer Mutter Sofia (Rosa Maria Sardà), um deren Geburtstag zu feiern. Die geschiedene Mutter ist gefeierte Konzertpianistin, die drei Töchter leben ganz unterschiedliche Leben und sind eigentlich tolerante, aufgeschlossene Frauen. Als jedoch «der neue Freund» der Mutter auftaucht, stösst die Toleranz der Töchter an ihre Grenzen: Denn dieser entpuppt sich erstens als Frau und ist zweitens im Alter der Töchter. Und drittens verdächtigen die Schwestern die Tschechin Eliska (Eliska Sivora), es nur auf das Geld ihrer Mutter abgesehen zu haben. So gibt es nur eine Lösung: Die beiden ungleichen Frauen müssen auseinander gebracht werden. Sol soll Eliska verführen, damit die Mutter ihre untreue Geliebte rausschmeisst. Zwar läuft alles etwas anders als geplant, doch schliesslich ist Eliska tatsächlich weg. Als jedoch Sofia während eines Konzerts einen Nervenzusammenbruch erleidet, erkennen auch die drei jungen Frauen, dass die Beziehung ihrer Mutter durchaus ernst zu nehmen ist. Nun setzen sie alles in Bewegung, Eliska wieder zurückzuholen.
Die frische Komödie von Inés París und Daniela Fejerman überzeugt durch gute Darstellerinnen, aber auch durch freches Tempo und eigenwillige Figuren. Im Zentrum steht die ziemlich neurotische Elvira, für die eine plötzlich lesbische Mutter nur eine unter vielen Katastrophen im Leben ist. Da ist nämlich noch ihre Art, in schönen Momenten immer schon das Ende zu sehen, sich entsprechend zu verhalten und somit dieses Ende sofort einzuleiten. Ausserdem wird sie etwas erdrückt von der jüngeren Sol, deren extrovertierte Art zu manch peinlichen Situationen führt, und von der etablierten, bodenständigen Familienmutter Jimena. Mit nicht immer ganz ernstem Blick wird die Mutter-Töchter-Beziehung beleuchtet. Sofia war bis anhin immer Respektsperson, Mutterfigur eben. Nun, da sie in den Augen der Töchter etwas Unerhörtes tut, werden die Rollen vertauscht. Am Ende zeigt sich jedoch einmal mehr, dass die Mutter eben doch immer der weisere Part in dieser Beziehung ist.

Regie Inés París und Daniela Fejerman
Darsteller Leonor Watling, Rosa Maria Sardà, María Puljalte, Silvia Abascal, Eliska Sivora
Buch Inés París und Daniela Fejerman
Kamera David Omedes
Produktion Spanien 2001
Dauer 96 Min.
Genre Komödie
Offical Site http://www.kinolatino.ch/amimadre

© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Jegliche Form der Weiterverbreitung ist ohne Genehmigung untersagt.

Zurück



Top   Druckversion   Seite als Hotlink speichern
Meine Seitenbewertung