Filmarchiv

Love Actually

Schmalz und Lacher à la carte

Der Autor von «Four Weddings And A Funeral» versucht sich nur bedingt erfolgreich als Regisseur.

Von Niklaus Schäfer

«Never change a winning team»: das dachten sich auch die Produzenten von «Bridget Jones», «About A Boy», «Notting Hill» und last but not least «Four Weddings And A Funeral». Mit ihrem neuen Film «Love Actually» setzen sie nämlich bewusst auf bewährte Muster. Hugh Grant in einer Hauptrolle unter vielen, dazu Colin Firth als leicht zerknirschter, aber höchst romantischer Schriftsteller und viele andere Stars. Das Drehbuch stammt von Richard Curtis, dem Autor von «Four Weddings». Diesmal allerdings hat er die Regie gleich selbst übernommen.
Eine Zusammenfassung des Films würde zu weit führen, da er zahlreiche Geschichten in sich vereinigt: Da ist der Prime Minister (Hugh Grant), der sich in seine Sekretärin aus der Working Class (Martine McCutcheon) verliebt; und Colin Firth verguckt sich in Frankreich in seine portugiesische Putzfrau. Liam Neeson spielt einen liebevollen Witwer, der seinem kleinen Sohn zur Liebe verhilft. Bill Nighy spielt einen abgehalfterten Rockstar, der seine Karriere mit einem lausigen Weihnachts-Remake eines alten Hits retten will. In weiteren Rollen amüsieren unter anderem Heike Makatsch als Vamp, Alan Rickman als (beinahe) untreuer Ehemann, Emma Thompson als Ehefrau; und selbst Rowan «Bean» Atkinson ist mit von der Partie.
Ein üppiges Staraufgebot also – hat sich der Aufwand gelohnt? Jein. Der Film lebt von den Schauspielern, denn die verschiedenen Geschichten an sich überzeugen nicht, und auch die Dialoge kränkeln leider nur allzu oft. Umso wichtiger sind also die zahlreichen Stars. Ein Film wie «Bridget Jones» lebte von den Schauspielern und einem gelungenen Drehbuch; hier versucht Curtis aber, mit all den Stars und Stories über die Tatsache hinwegzutäuschen, dass ihm die Ideen ausgegangen sind. Sicherlich: Steve Martin fragt im zweiten Teil von «Father of the Bride»: «What are we, the Schmaltz family?» Und darauf gibt es nur eine Antwort: «yes!» Denn «Love Actually» ist eine Weihnachts- und Liebeskomödie, und ohne viel Schmalz und Humor geht das natürlich nicht. Trotzdem: weniger wäre wohl mehr gewesen. Aber Curtis ist eben nicht nur der Autor von «Four Weddings», sondern auch Mr. Beans Erfinder und Gagschreiber. Zu hohe Erwartungen sind also wohl fehl am Platz.

Regie Richard Curtis
Darsteller Hugh Grant, Keira Knightley, Emma Thompson, Laura Linney, Heike Makatsch, Bill Nighy, Colin Firth, Liam Neeson, Alan Rickman
Buch Richard Curtis
Kamera Michael Coulter
Produktion UK/USA 2003
Dauer 135 Min.
Genre Romantische Komödie, Weihnachtsfilm
Offical Site http://www.loveactually.com

© Karin Müller. Sämtliche Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
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