Von Jana Ulmann
Nach den Gesetzen des Horrorfilms zu urteilen, gibt es an «Identity» eigentlich nichts zu mäkeln. Der Film von Regisseur James Mangold («Kate and Leopold», «Girl Interrupted») lässt es gehörig gruseln, und die hässlichsten Mord-Szenarien, die die menschliche Fantasie sich ausdenken kann, finden da ihre filmische Umsetzung. Die Spannung steigt, wie sich das gehört, ins Unerträgliche.
In einer stürmischen Regennacht suchen verschiedene Menschen Schutz in einem Motel. Die Strassen sind überschwemmt, keiner kommt weiter. Da ereignet sich ein Mord nach dem anderen, wird einer gräulicher als der andere von der Leinwand weg gemordet. Mit zunehmender Dringlichkeit stellt sich die Frage nach dem Mörder. Ob hier zuletzt gar noch eine Geisterhand ihr Unwesen treibt? Daran mögen weder der Zuschauer noch der ehemalige Polizist und selbsternannte Ermittler Ed (John Cusack) so richtig glauben.
Der Titel legt es nahe: In dem Film soll es um «Identität» gehen. Dafür plädiert auch die parallel erzählte Rahmenhandlung. Da wird in der Nacht vor seiner geplanten Hinrichtung der Fall eines Massenmörders noch einmal aufgerollt, weil sein Psychiater (Alfred Molina) glaubt, seine Unzurechnungsfähigkeit beweisen zu können. Dass die beiden Szenarien, das Motel und die Gerichtsverhandlung um den Massenmörder, miteinander zu tun haben könnten, erklärt sich von selbst. Die Auflösung sparen wir uns an dieser Stelle. Wer Näheres wissen will, soll die neunzig spannungsgeladenen Filmminuten selbst über sich ergehen lassen.
Dass die als postmodern betitelten Filme, zu denen «Identity» mit Sicherheit auch gehören will, mit Inbrunst die Störungen der menschlichen Psyche in den schillerndsten Varianten auf die Leinwand bringen, ist schon länger nichts Neues mehr. Wir könnten uns jetzt dazu herablassen, die Zusammenhänge von Film und Psychoanalyse, denen sich Medientheorie und Kritik immer wieder gewidmet haben und die der postmoderne Film gerne selbstreflexiv inszeniert, ein weiteres Mal aufzudröseln. Wir lassen das, empfehlen Friedrich Kittlers Buch «Grammophon, Film, Typewriter» zur Lektüre und wünschen uns endlich mal wieder was Neues.
| Regie |
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James Mangold |
| Darsteller |
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John Cusack, Ray Liotta, Amanda Peet, John Hawkes, Alfred Molina |
| Buch |
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Michael Coon |
| Kamera |
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Phedon Papamichael |
| Produktion |
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USA 2002 |
| Dauer |
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90 Min. |
| Genre |
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Horrorfilm, Thriller |
| Offical Site |
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http://www.sonypictures.com/movies/identity/ |
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