Von Niklaus Schäfer
«Whale Rider» ist der zweite Spielfilm der Neuseeländerin Niki Caro. Der Film basiert auf einem Roman von Witi Ihimaera. Die 12-jährige Paikea (Keisha Castle-Hughes) ist die Tochter von Porourangi. Sie trägt den Namen des Urahnen der Maori von Whangara – den Namen des Walreiters. Ein männlicher Nachfahre des Urahnen trägt traditionellerweise diesen Namen. Doch Paikeas Zwillingsbruder verstarb bei der Geburt. Ihr Grossvater Koro (Rawiri Paratene) akzeptiert Paikea nicht als legitime Nachfahrin des Walreiters. Er ist auf der Suche nach einem männlichen Walreiter. Er bildet die Buben des Dorfes aus und bringt ihnen bei, wie man(n) kämpft und traditionelle Lieder singt. Doch Paikea will auch mitmachen – ihr Grossvater aber ist davon überzeugt, dass nur ein Junge die Maoris des Dorfes anführen kann.
Während «Once Were Warriors» die Gewalt und Gangs unter den entwurzelten Maoris zeigte, hält Hone Taumaunu, der «cultural adviser» des Films, es für wichtig, dass «Whale Rider» eine andere und ebenso reale Seite des Maori-Lebens darstellt. Niki Caro selbst sagt, dass sie als «Pakeha» (weisse Neuseeländerin) dank ihrem Film ihre Heimat in einem ganz neuen Licht sehen konnte. Doch ist es bezeichnend, dass Lee Tamahori – selbst (halber) Maori – einen viel radikaleren, sozialkritischen Film gedreht hat, während die weisse Niki Caro einen Film über die Maori-Kultur gedreht hat.
Cliff Curtis («Once Were Warriors», «Training Day»), der Paikeas Vater spielt, sagt: «Ich gab mein Filmdebüt in The Piano, und damals fungierten die Maori nur als Klavierträger, als exotische Beigabe zur Story. Die Schönheit von Whale Rider liegt darin, dass er unser gesamtes kulturelles Erbe beschreibt.» In seinem 1987 erschienenen gleichnamigen Jugendbuch hat der Autor Witi Ihimaera seine eigenen Erfahrungen verarbeitet. Er wuchs in einem isolierten Maori-Dorf namens Waituhi auf. Doch – dies legt der Film zumindest nahe – empfand er die Veränderung nicht als zerstörerisch, sondern als bereichernd. «Whale Rider» ist ein hervorragend gespielter und fotografierter Film für die ganze Familie. Der notabene erfolgreichste neuseeländische Film wurde zu Recht mit Preisen überhäuft.
| Regie |
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Niki Caro |
| Darsteller |
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Keisha Castle-Hughes, Rawiri Paratene, Vicky Haughton, Cliff Curtis, Grant Roa u.a. |
| Buch |
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Niki Caro, nach Witi Ihimaeras Roman |
| Kamera |
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Leon Narbey |
| Produktion |
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Neuseeland/Deutschland 2002 |
| Dauer |
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101 Min. |
| Genre |
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Drama, Familienfilm |
| Offical Site |
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http://www.whaleriderthemovie.co.nz/ |
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