Von Jana Ulmann
Es sind im Grunde unspektakuläre Geschichten, die der argentinische Filmemacher Carlos Sorin («Eternas Sonrisas de New Jersey») uns in seinem Film «Historias Minimas» erzählt. Das ist nicht abwertend gemeint. Im Gegenteil, denn dieser von ruhiger Hand erzählte Film findet gerade im Gewöhnlichen das Ausserordentliche und in der kleinen Geste den grossen Ausdruck. Die Menschen, die hier durch die Landschaft Patagoniens reisen auf der Suche nach so grossen Dingen wie Seelenfrieden, Liebe und Glück, berühren einen als schräge Identifikationsfiguren, die mit absurden Situationen zurecht kommen müssen. Dabei hat Sorin nur mit Laienschauspielern gearbeitet.
Da ist der alte Don Justo (Antonio Benedictis), der sich auf den Weg macht, seinen entlaufenen Hund zu suchen. Der Vertreter Roberto (Javier Lombardo), der mit einer Geburtstagstorte unterwegs ist und sich mit dem Aussehen der Torte nicht zufrieden geben kann. Dabei sind in der Wildnis die Tortenbäcker wahrlich nicht an jeder Ecke anzutreffen. Und dann ist da noch die mausarme Maria (Javiera Bravo), die sich mit ihrem Baby aufmacht, eine Universalküchenmaschine in einer Fernsehshow zu gewinnen. Kleine Anlässe auf den ersten Blick, die die drei Figuren zum Aufbruch aus ihrer gewohnten Welt veranlassen. Unaufgeregt wird hier erzählt, leise, mit sanfter Ironie und untergründigem Witz. Die Wege der drei Figuren überkreuzen sich zwar immer wieder. Aber «Historias Minimas» unterstellt die direkten und indirekten Begegnungen, die sich manchmal nur erahnen lassen, eben gerade nicht der Macht des Schicksals, das die drei Lebenslinien zusammenführen könnte. Jede Figur bleibt für sich alleine stehen und geht ihren eigenen Weg.
Die Landschaft Patagoniens mit ihrer Kälte, Kargheit und Weite spielt so etwas wie eine weitere Hauptrolle in diesem Film. «Historias Minimas» ist so auch eine Art Road Movie. Wobei sich in der Landschaft nicht nur die inneren Bilder und Sehnsüchte der Figuren zu spiegeln scheinen, sondern auch jene der Betrachter. Das Brausen des Windes, der über die Landstriche fegt, hat man jedenfalls noch Stunden nach dem Kinobesuch im Ohr.
| Regie |
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Carlos Sorin |
| Darsteller |
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Javier Lombardo, Antonio Benedictis, Raviera Bravo |
| Buch |
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Pablo Solarz |
| Kamera |
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Hugo Colace |
| Produktion |
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Argentinien 2002 |
| Dauer |
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94 Minuten |
| Genre |
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Komödie, Drama |
| Offical Site |
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http://www.trigon-film.org |
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