Von Niklaus Schäfer
Dieter Roth, dessen Leben und Werk im Film «Dieter Roth» nun dem Kinopublikum näher gebracht wird, wurde 1930 in Hannover geboren. Seine Mutter war Deutsche, sein Vater Schweizer. 1943 – der kleine Dieter war unterdessen Pimpf – kam er in die Schweiz, zu einer Pflegefamilie. Zwar war er ein ausserordentlich fleissiger Schüler, doch er verliess die Schule vor der Matur. Zuerst wollte er Dichter werden. Nach erfolglosen Versuchen wendete er sich der Kunst zu.
In Kopenhagen lernt er seine zukünftige Frau kennen. Sigrídur Björnsdóttir, Mutter von drei gemeinsamen Kindern, kommt im Film ausführlich zu Wort. 1961 bringt sie in ihrem heimatlichen Reykjavík Björn auf die Welt, der heute Dieter Roths Werk weiterführt. Dieter Roth zwingt seine Frau, alle klassische Literatur aus ihrem Haus zu entfernen. Doch erst später geht die Ehe in die Brüche. Roth lernt die (ebenfalls verheiratete) Künstlerin Dorothy Iannone kennen, für die ihre Beziehung zu Roth auch künstlerisch ausserordentlich fruchtbar wird. Auch andere Weggefährten wie sein treuer Freund Richard Hamilton und der Künstler Arnulf Rainer berichten über ihre Zeit mit Dieter Roth, der 1998 in seinem Basler Atelier verstarb.
Regie geführt hat Edith Jud, die für ihre Filme über Kunst und Künstler bekannt ist. Der Film zeigt zwar vieles, und doch hilft er dem Laien nicht, Roths Werk und vor allem dessen Bedeutung zu verstehen. Er wendet sich also wohl eher an ein Publikum, das mit Roth schon vertraut ist. Wer durch den Film trotzdem neugierig geworden ist, kann sich im Schaulager Basel die Ausstellung «Roth-Zeit. Eine Dieter Roth Retrospektive» (25.5.–14.9.) zu Gemüte führen.
Zwar ist «Dieter Roth» (Musik: Dieter Roth und Freunde) mit rund zwei Stunden eher zu lang, doch in jedem Fall zeigt der Film, dass Roths Werk – von seinen Bundesordnern mit Abfall über seine Bücher, in denen er scheinbar wahllos Teile von isländischen Zeitungen zusammengestellt hat, bis zu seinen Skulpturen aus Schokolade – fasziniert, auch fünf Jahre nach seinem Tod. «Gibt es für Dich in der Kunst ewige Werte?», wurde Dieter Roth schon gefragt. «Ich sehe nichts», war seine Antwort. Dem ist nichts hinzuzufügen.
| Regie |
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Edith Jud |
| Darsteller |
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Björn Roth, Oddur Roth, Sigrídur Björnsdóttir, Dorothy Iannone, Emmett Williams u.v.a. |
| Buch |
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Edith Jud |
| Kamera |
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Pio Corradi |
| Produktion |
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Franziska Reck |
| Dauer |
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115 Min. |
| Genre |
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Dokumentarfilm |
| Offical Site |
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http://www.dieter-roth-museum.de |
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