Basel-Tipps


Die Stadt der sieben Tore

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Wenn Sie heute nach Basel kommen, müssen Sie kein Stadttor mehr passieren, um die Stadt zu erreichen. Früher floss der regionale und internationale Handel und Verkehr durch diese Tore. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Tore jeden Abend sorgsam verschlossen und ordentlich bewacht. Von den einst sieben Toren der äusseren Stadtmauer sind nur noch drei übrig geblieben: das St. Alban-Tor, das St. Johanns-Tor und das Spalentor. Alle wurden im 14. Jahrhundert errichtet und liegen an Ausfallstrassen Basels. Am Tag der Stadttore im August sind die Tore auch innen zur Besichtigung geöffnet.



… und dann waren es nur noch drei


Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Basel Nachts eine wohlbewahrte Stadt. Bei Einbruch der Dämmerung wurden die Stadttore geschlossen und blieben es bis zum Tagesanbruch. An jedem Tor schauten eine Wache und im Häuschen dahinter ein Torschreiber, dass alles mit rechten Dingen zuging. Wer rechtzeitig vor Toresschluss noch in die Stadt wollte tat gut daran, dem Ruf des Torwächters "Wär no ine möcht, dä renn" (Wer noch hinein will, der renne) zu folgen. Die zu spät Gekommenen kamen zwar noch durch ein kleines Törchen, das Nadelöhr, in die Stadt, mussten aber eine Strafe zahlen und wurden genau registriert. Erst das Gesetz über die Erweiterung der Stadt vom 27. Juni 1859 erlaubte das Aufheben der Torsperre, das Abtragen der Stadtmauern und das Auffüllen der Gräben.


Teils schon früher "verschwanden" die Stadttore. Im Jahre 1839 musste das Rheintor bei der Schifflände weichen. Die Anwohner hatten sich beschwert, dass ihnen das trutzige Tor die Strassen verfinstere. 1841 wurde das Aeschentor dem Erdboden gleichgemacht, 1866 wurde das Steinentor abgetragen und 1867 schliesslich das Bläsitor in Kleinbasel.



Das Spalentor (Höhe 40m) zählt zu den schönsten Toren der Schweiz. Es orientiert sich, ebenso wie des Spalenberg in Richtung Elsass, denn einer der Haupthandelswege führte ins Elsass. Die Kornkammer "Sundgau" versorgte Basel mit Lebensmitteln und den Sundgauer Bauern mit ihren Familien gewährte es Schutz in Krisenzeiten. Zwischen den beiden runden Flankentürmen befindet sich eine Marienstatue aus dem Jahre 1420. Die beiden skurrilen Skulpturen des Vordachs wurden von Jakob Sarbach geschafften, die Originale befinden sich im Historischen Museum. Die hölzernen Sperren liess man bei Gefahr herunter, um die Durchfahrt zu versperren. Der Name "Spalen" stammt von den Holzpfählen des Palisadenzauns, die "Spalen" genannt wurden. Auffällig auch der Briefkasten mit der weissen Taube, wie auf der berühmten Briefmarke, dem "Basler Täubchen", die 1845 aufgelegt wurde.


Im einem ganz anderen Stil ist das St. Johanns-Tor (Höhe 35m) erbaut. Quadratisch, praktisch, mit einem Erker an der Fassade des Vorbaus. Ein kleiner Weg führt auf die Rheinschanze, die Teil der Stadtbefestigung war. Auch das St. Johanns-Tor liegt an einer Ausfallstrasse. In der St. Johnanns-Vorstadt siedelten sich begüterte Kaufleute und Adelsherren an, deren stattliche Bauten noch heute das Stadtbild prägen. Andere Berufe siedelte man meist ausserhalb der Stadt an: die feuergefährlichen wie Schmiede und Bäcker, aber auch Wirtshäuser.


Im Süden der Stadt liegt das St. Alban-Tor (Höhe 32m), das durch Denkmalschützer vor dem Abbruch gerettet wurde. Das Tor bildet dem Abschluss der St. Alban-Vorstadt, die als Zugang zur Klostersiedlung im St. Alban-Tal diente. Schon im Jahre 1083 wurde von Bischof Burkhard von Fenis hier ein Cluniazenser-Kloster gegründet. Die romantische Kirche St. Alban gehörte dazu. Durch die Mönche entstand ein künstlicher Kanal mit zwei Teicharmen, der den Betrieb von Mühlen ermöglichte. So entstand ein mittelalterlichen Gewerbeviertel mit Papiermühlen und Seidenbandwebereien. Im Jahre 1221 gab es eine erste "Energiekrise" als der Graf von Homberg plötzlich das Wasserumleitete und die Mühlen stillstanden!



Zwei ganz gegensätzliche Museen laden zu einem Besuch ein. Das von Maja Sacher gestiftete Museum für Gegenwartskunst mit Werken von Mondrian bis Beuys. Hier wurden Teile einer alten Papierfabrik mit einem neuen Gebäude verbunden.


Die Gallizianmühle beherbergt heute das Papiermuseum und Museum für Schrift und Druck. Basler Papier war ein wichtiger Exportartikel und viele Gelehrte liessen ihre Bücher in Basel drucken. Auf der Rückseite der Gallizianmühle steht die Rychmühle. Hier ist heute die Münsterbauhütte untergebracht und bei schönen Wetter kann man Bildhauer und Steinmetze bei der Arbeit sehen.






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